„Fighting a Ring of Fire or Building a Ring of Friends?”

Es war der ehemalige EU-Kommissionspräsident Roman Prodi, der 2002 von einem Ring von Freunden träumte, der Europa umgeben und für Stabilität sorgen sollte. Etwas mehr als ein Jahrzehnt später kriselt die europäische Idee und Europa brennt an seinen Grenzen!

Die nachstehende Landkarte verdeutlicht die prekäre Situation, die sich auch in den Reisewarnungen des Auswärtigen Amts widerspiegelt: Nordafrika ist trotz Arabischem Frühling in großen Teilen von politischer Stabilität weit entfernt, die Ostgrenze der EU ist vom Ukraine-Konflikt und der Krim-Krise, Kampfhandlungen in Armenien bis hin zum Putsch-Versuch in der Türkei ebenfalls durch Instabilität und Unsicherheit gekennzeichnet. In zwölf Nachbarstaaten der Europäischen Union herrschen derzeit Besatzungen, Bürgerkrieg, Territorialkonflikte oder gar interstaatliche Kriege. Viele der Krisen sind weniger als Flugstunde entfernt.
Konfliktkarte
Mit dem Thema Dealing with Neighbors: Fighting a Ring of Fire or Building a Ring of Friends?” war das Thema des diesjährigen Salzburger Trilogs daher angesichts der schwelenden Krisenherde und ungelösten Konflikte brandaktuell. Im Rahmen dieses Dialogformats trafen sich auch in diesem Jahr internationale Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Kultur, um über den Umgang mit Krisen zu diskutieren.

Die Ergebnisse des Dialogs wurden in den Salzburger Empfehlungen festgehalten.

Die Teilnehmer waren sich einig: Die Europäische Nachbarschaftspolitik bedarf einer dringenden Neuorientierung. In einer Zeit, in der Krisen keine Ausnahmen mehr sind, sondern den Normalfall bilden, bedarf es eines gemeinsamen Auftretens, gemeinsamer Interessen und gegenseitigen Vertrauen“, so der ehemalige Bundeskanzler von Österreich, Dr. Wolfgang Schüssel.

Liz Mohn, Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann Stiftung, plädierte für ein pragmatisches Handeln der EU-Mitglieder: „Wir müssen lernen, mit Krisen zu leben! Die Bertelsmann Stiftung empfiehlt, besser Land für Land, Schritt für Schritt an Lösungen zu arbeiten. Zu verschieden sind unsere europäischen Nachbarn. Eines werden wir allerdings auch lernen müssen: Wir müssen trotz aller Differenzen und Widrigkeiten im Dialog bleiben – und das unter Umständen mit Personen und Organisationen, mit denen wir uns dies lange Zeit nicht vorstellen konnten.“

Der Dialog aller kann demnach den Schlüssel darstellen, um eine Basis des gegenseitigen Verständnisses zu befördern. Dazu gehört auch, dass individuelle Lösungen für den Umgang mit den Nachbarstaaten gefunden werden und sich die Europäische Union von einer „one-fits-all“-Lösung verabschiedet. Entscheidend wird aber sein, dass sich Europa und die Menschen darauf besinnen, dass die Union das ursprüngliche Ziel der Erhaltung des Friedens hatte. Eine Errungenschaft, die zu leicht verspielt werden könnte.

In Salzburg waren sich alle einig, dass nur ein „Hand in Hand“ von Wirtschaft, Kultur und Politik zum Ziel führen kann, die Brandherde rund um Europa zu löschen. Einander zuhören, lernen und vertrauen – das ist die Grundlage für Stabilität und Globalisierung – positiv gedacht.



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